Es gibt Kreativität auch ohne totale Kontrolle.
Lawrence Lessig
Die Architektur der Wissensgesellschaft besteht aus Software. Ob Kultur
oder Wissenschaft, Markt oder Politik, Bildung oder Unterhaltung - mit
dem Übergang ins digitale Zeitalter erfindet sich die Gesellschaft neu.
Die Verfasstheit dieser digitalen Wissensordnung zu untersuchen, ist
Ziel der Konferenz "Wizards of OS".
Die Bewegung der freien Software hat nicht nur gezeigt, dass eine
offene Kooperation nach akademischem Vorbild in diesem
industrialisierten Bereich weiterhin möglich ist, sondern auch dass
ihre Ergebnisse die proprietäre Konkurrenz an Qualität übertreffen
können. Auf eine ähnliche Weise entsteht auch freier Content, wie
Enzyklopädien, Musik oder Romane.
In Hochschulen unterhalten Gesellschaften privilegierte autonome Orte,
die für sie Wissen schaffen, sammeln und weitergeben. Ähnliche Aufgaben
haben Schulen, Bibliotheken, Museen, der öffentlich-rechtliche Rundfunk.
Diese öffentliche Wissensinfrastruktur steht heute zwischen ehernen
Idealen und schrumpfenden Etats, an der Schwelle zu ihrer Neuerfindung
im digitalen Netz und im Zentrum kommerzieller Begehrlichkeiten.
Gemeinschaften, die im freien Austausch Software und softwaregestütztes
Wissen erzeugen und weiterentwickeln, und öffentliche
Wissensinfrastrukturen -- das sind die beiden Seiten der Wissensordnung,
um die sich die Konferenz vor allem drehen wird.
Nach dem großen Erfolg der "Wizards of OS - Offene Quellen & Freie
Software" im Juli 1999 freuen wir uns, Sie nun zu den "Wizards of OS 2
- Offene Kulturen & Freies Wissen" einladen zu können.
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