Offene Deutsches Schulnetz e.V.

Dieser Text hat zuweilen historischen Charakter

Wozu ein Schulnetz?

Die gesellschaftliche Bedeutung der Telekommunikation nimmt ständig zu. In der Schule sollten daher handlungsorientierte Zugangsweisen erprobt werden mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, Vor- und Nachteile dieser Entwicklung einschätzen zu können.

In aller Kürze seien hierzu nur einige wenige Vorhaben genannt:

Das ODS-Netz: ein Netz im Netz

Mit dem jetzt möglichen Zugang zum Internet steht den Schulen nunmehr ein langjährig bewährtes und weltweit anerkanntes Kommunikationsnetz zur Verfügung. Teilnehmer des Netzes können unter anderem

Die Rechner des "Offenen Deutschen Schul-Netzes" (ODS-Netz), eingebettet in das Internet, benutzen intern für den Austausch von E-Mail die gleiche einheitliche Adreßstruktur

        benutzer@rechnername.subdomain.domain

mit der weltweit einige Millionen Rechnern erreicht werden können. ODS-Netz-interne Informationsbretter (News-Gruppen) werden nach demselben Prinzip aufgebaut und verwendet wie die vielen News-Gruppen im Gesamtsystem. Die Dienste des Gesamtnetzes können nach individueller Entscheidung der Einzelschule im dosierbaren Umfang genutzt werden. Gateways zu anderen bereits bestehenden Netzen innerhalb oder außerhalb des Schulbereiches können genutzt werden. Im ODS-Netz kommen also langjährig bewährte Verfahren zum Einsatz; international verbreitete Kommunikationsstrukturen werden mitbenutzt.

Funktionsweise

Alle Artikel und elektronische Briefe werden "off-line", also ohne direkte Verbindung zu einem anderen Rechner auf dem lokalen Rechner gelesen bzw. erstellt. Die Rechner im Netz rufen sich ein- oder mehrmals pro Tag automatisiert über normale Telefonleitungen oder leistungsfähigere Verbindungen an oder sie verwenden Standleitungen. Dabei tauschen sie die vorliegenden Artikel und die elektronischen Briefe aus. Durch diesen Mechanismus verbreiten sich neue Informationen in den News- Gruppen innerhalb kürzester Zeit im gesamten Netz, elektronische Briefe erreichen, meist über mehrere Zwischenrechner, ihren Empfänger. Jedoch kann der Verbreitungsgrad eingeschränkt werden. Damit sind "Netze im Netz" (und weitere Unternetze, beispielsweise auf Landes- oder Stadtebene) möglich mit kontrollierbarem Zu- und Abgang.

Stand der Entwicklung

Der Arbeitskreis Schule der GUUG (Vereinigung Deutscher Unix- Benutzer e. V.) hat sich für deutsche Schulen die Domain "Schule.DE" weltweit reservieren lassen. Pro Bundesland sollte mindestens ein Verteilrechner bereitstehen, der von den Schulen angerufen wird; bei Bedarf können weitere Verteilrechner eingerichtet werden, allerdings sollte nur ein Rechner pro Bundesland mit der EUnet-GmbH in Dortmund direkt korrespondieren. Die EUnet-GmbH stellt die Verbindung zum Ausland her und ist daher für das ODS-Netz das "Tor zur Welt". Unter bestimmten Voraussetzungen können Verteilrechner auch bei Institutionen (beispielsweise Universitäten) angeschlossen werden, die Mitglieder im "Deutschen Forschungsnetz" sind. Beispielsweise unterstützt die Universität Oldenburg niedersächsische Schulen; in Berlin steht der Verteilrechner in der Landesbildstelle; der Zugang zum Internet geschieht über die Freie Universität Berlin. Darüber hinaus gibt es im Einzelfall weitere Möglichkeiten. Die Initiatoren des ODS-Netzes unterstützen die Suche nach Anbindungsmöglichkeiten an das Internet. Der aktülle Teilnehmerstand kann der beigelegten Liste entnommen werden.

Kosten

Die Kosten für die von der EUnet-GmbH zur Verfügung gestellten Dienste werden bis auf weiteres von der GUUG pauschal übernommen. Der Anrufer muß nur die ihm entstandenen Telefonkosten selber tragen. Mit einer Umlage der Kostenpauschale auf die einzelnen Teilnehmer oder Bundesländer ist erst dann zu rechnen, wenn sich viele Schulen angeschlossen haben und damit der auf die einzelne Schule entfallende Betrag entsprechend gering ist.

Adressierung

Die Adressierung eines Teilnehmers im "Offenen Deutschen Schul- Netz" geschieht (in Flächenstaaten) grundsätzlich in folgender Form:

    @...Schule.DE

<Stadt> wird durch das KFZ-Kennzeichen, in Anlehnung an ISO 3166 / DIN 3166 abgekürzt.

Hard- und Software

Es ist vorteilhaft, wenn der Verteilrechner auf Bundeslandebene ein Unix-Rechner ist; die anderen Rechner können beliebige Personal Computer (z.B. DOS-PC, Atari, Macintosh) sein. Ein Modem (bis 2400 Baud, mit Postzulassung) kostet je nach Ausführung ca. 200 bis 500 DM. Für Unix-Rechner gehört die Grundsoftware zum Betriebssystem; Erweiterungen sind kostenfrei erhältlich. Zumindest für DOS-PC und Atari gibt es Shareware-Produkte (ca. 50 bis 100 DM); für Rechner mit 80386/80486-Prozessor sollte von fortgeschrittenen Rechnerbenutzern der sehr leistungsfähige und kostenlos erhältliche Unix-Nachbau "Linux" in Erwägung gezogen werden.

Anmeldungen, Rückfragen und Anregungen an:

        Landesbildstelle Berlin
        Offenes Deutsches Schul-Netz
        z. Hd. Herrn Ralph Ballier
        10506 Berlin
        (für Besucher:
        Levetzowstraße 1-2
        10555 Berlin)
        Sekretariat: 030/39092-230
        E-Mail: Ballier@zebis.BR.Schule.DE

        Klaus Füller
        Lichtenberg-Schule Kassel
        Brückenhofstraße 88
        34132 Kassel
        E-Mail: KlausF@osgo.KS.HE.Schule.DE

        für Schleswig-Holstein:

        Stefan Mehne
        2300 Kiel
        Tel.: 0431-674875
        E-Mail: stefan@tpki.toppoint.de