Open Source in der Bundesverwaltung
Open Source in der Bundesverwaltung
Martin Schulze
<joey@ffis.de>
(Seite 1)
Gliederung
- Open Source / Free Software
- Bundesverwaltung
- KBSt-Brief 2/2000
- Wieso Freie Software
- Alles ging schief und es war dennoch gut
- Fazit
(Seite 2)
Der Vortragende
- Arbeitet nicht in der Koordinierungsstelle
- Seit '91 Studium Informatik, Uni Oldenburg
- Seit '91 Unix-Benutzer
- Seit '92 Linux-Benutzer
- Seit '93 Server mit Linux
- Seit '95 Arbeit am Syslog-Daemon
- Seit '96 Mitarbeiter im Debian-Projekt
- '96 Vernetzung eines Wohnheims
- Seit '98 Vorstand SPI Inc.
- Seit '99 Mitglied im LinuxTag-Team
- Seit '00 Vorsitzender des ffis e.V.
- März '00 Koordination LinuxTag und KBSt-Brief
(Seite 3)
Open Source Software / Free Software
- Unbeschränkte Weitergabe
- Quellcode
- Modifikationen / Veränderungen
- Integrität des ursprünglichen Quellcodes
- Keine Diskriminierung von Personen oder Gruppen
- Keine Diskriminierung von Einsatzbereichen
- Keine Auswirkungen auf andere Programme
(Seite 4)
Software-Landschaft in der Bundesregierung
- Büroumgebungen
- Monokultur mit Software eines Herstellers
- Mitarbeiterschulungen
- Aktuelle Versionen erfordern neue Hardware
- Neue Software bedeutet Schulung
- Speicherung meist in proprietären Formaten
- Probleme bei Release-Wechsel
(Seite 6)
Koordinierungs- und Beratungsstelle KBSt
- 1968 gegründet
- IT-Planung der Bundesbehörden
- Fachlich, organisatorisch, wirtschaftlich und technisch optimaler Einsatz von Informationstechnik (IT)
- Informationsverbund Berlin/Bonn (IVBB)
- IP-Backbone, GMD Studie "Internet für die obersten Bundesbehörden"
(Seite 7)
KBSt-Brief 2/2000 - Berichte
- EU-Kommission
- Kritisiert Nichtverfügbarkeit von Quellcode
- Stellt Bevorzugung offener Produkte in Aussicht
- Empfiehlt Förderung von Open-Source-Software
- 57. Konferenz der Datenschutzbeauftragten
- Empfehlung "nur solche Produkte einzusetzen, welche auch eine Transparenz der Verfahrensabläufe gewährleisten"
(Seite 9)
KBSt-Brief 2/2000 - Freie Betriebssysteme
- Linux
- 1991 von Linus Torvalds begonnen
- Von Vielzahl Entwickler auf aller Welt fortgeführt
- SuSE Linux - Für deutsche Endanwender
- RedHat Linux - amerikanische Endanwender
- Debian GNU/Linux - Freiheit
- Trinux - Netzwerkanalyse
- LRP - Router-Lösungen
- BSD
- Quellcode später freigegeben
- FreeBSD - normales System
- NetBSD - verschiedene Plattformen
- OpenBSD - Sicherheit
- Möglich nur durch offene Lizenz
(Seite 10)
KBSt-Brief 2/2000 - Bewertung OSS
- Grafikoberflächen
- KDE, Gnome
- Büroanforderungen realisierbar
- Support
- IBM: "Linux als strategische Plattform"
- Viele deutsche Supportunternehmen
- Marktanteil
- 1998: 16% im Serverbereich
- 1999: 25% im Serverbereich
- Verdrängung von Novell Netware
- Internet-Clients
- Kommerzielle Software
(Seite 11)
KBSt-Brief 2/2000 - Büroanforderungen
- Maßstäbe
- Grafische Oberfläche
- Office-Pakete (MS-Office, WordPerfect, Lotus, StarOfice)
- Anwendungsgebiete
- Textverarbeitung
- Tabellenkalkulation
- Businessgrafik
- Terminplanung
- evtl. Datenbankanwendung
- WWW
- Lösungen
- StarOffice - kostenlos in Behörden
- Corel WordPerfect 8
- Datenaustausch per PDF (IMKA-Beschluß)
- Siag-Office + KOffice
(Seite 12)
KBSt-Brief 2/2000 - Server
- File- und Print-Server
- Linux oder FreeBSD
- Samba
- NFS
- Ausrangierte Rechner dank geringen Hardware-Anforderungen
- Fax und E-Mail
- Linux oder FreeBSD
- Ausrangierte Rechner dank geringen Hardware-Anforderungen
- Applikations-Server
- Einfache Clients
- hochwertiger Server
(Seite 13)
KBSt-Brief 2/2000 - Schulungen
- Kein langwieriges Studieren von Online-Manuals
- Schulungsmaßnahmen von vielen Firmen
- Klassische Fortbildungen auch mit OSS
- Seminare in der Bundesakademie für öff. Verwaltung
(Seite 14)
Brief verschwunden
- Nach Veröffentlichung zurückgezogen
- Server leer
- Brief sei ein internes Papier
- Nachträgliche Stellungnahmen
- Nach öffentlichen Protesten wieder online
- Allerdings ohne Kostenaufstellung
(Seite 15)
Open Source Software - Sicherheit
- Quellen offengelegt
- Verifizierung durch Experten
- Voraussetzung für sichere Software
- Autoren namentlich bekannt und ansprechbar
- BSI-Projekt hat gezeigt, daß Quellcode teilweise erforderlich ist
- Nicht auf ausländische Produkte/Algorithmen verlassen
(Seite 17)
Open Source Software - Sicherung
- Kompatibilität
- Eigene Erweiterungen
- Offene Formate
- Weiterverarbeitung
(Seite 18)
Open Source Software - IT-Fachkräfte
- Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland
- Einsatz ausländischer Software
- IT-Standort Deutschland
(Seite 19)
Wie etwas schief gehen kann und trotzdem gut ist
Mi, 15.3.: Heise berichtet über den Brief
Di, 21.3.: LinuxTag stellt Brief vor
Do, 23.3.: Brief wurde aus dem Web entfernt
Fr, 24.3.: LinuxTag und Heise berichten synchron
Mo, 27.3.: LinuxTag startet Petition
Di, 28.3.: Mehr als 2400 Unterschriften in 24h
Fr, 31.3.: Bundesrechnungshof schaltet sich ein
Sa, 1.4.: LinuxTag beendet Petition
Di, 4.4.: Brief 2/2000 wieder online
Mi, 12.4.: Übergabe der Unterschriftenliste
(Seite 21)
Fazit
- Projekte im BSI
- BMI meint es mit Open Source ernst
- Pilotprojekte im Serverbereich
- Pilotprojekt im Desktopbereich
- "Potential erkannt"
- Mögliche Divergenz problematisch
(Seite 23)
Bundesregierung und Open Source
- BMWI
- Finanzielle Unterstützung für GNU Privacy Guard
- Entwicklung Windows-Client
- Schirmherrschaft LinuxTag 2000
- BSI
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- BSI CERT (Computer Emergency Response Team)
- Sichere Unix-Administration mit UseIt
- KBSt
- Linux als Server
- Workshop zu Open Source
- "Intensive" Erprobung
(Seite 24)