Wie Freie Software entstand -- Das GNU-Projekt
Freie Software, und insbesondere GNU/Linux, haben einen beachtlichen Stellenwert in der aktuellen IT-Landschaft eingenommen. Dieser Vortrag beleuchtet die Hintergründe und zeigt auf, wie es dazu kam.
Computing in den 70er Jahren
- Computer sind selten
- Computer sind extrem teuer
- Hauptsächlich Großrechner
- Gemeinsame Nutzung der Resourcen
- Gemeinschaftliche Nutzung
- Ideen und Code werden ausgetauscht
- Gemeinsames Diskutieren und Entwickeln
Unix-Hersteller
- Bell Labs at AT&T
- Telefongesellschaft
- Vorgaben der Kartellbehörde
- Daher kein Interesse an Unix-Vermarktung
- Offener Quellcode, wurde an Universitäten genutzt
- Später kommerzielle Vermarktung durch Firmen (z.B. DEC, Sun, SCO)
Massachusetts Institute of Technology
- Arbeitgeber von Richard Stallman von 1971-84
- Digital PDP-10 mit eigenem Betriebssystem (ITS)
- Software-Sharing Community
- Arbeitsumgebungen speziell angepasst
- 1982: Neue PDP-10 mit DEC-Betriebssystem - non-free
- Ende der Software-Sharing Community
PDP-11 in den Bell Labs
Dennis Ritchie (stehend) und Ken Thompson (sitzend) portieren Unix auf die PDP-11. Mit zwei Terminals (Teletype 33)
Die ersten Lizenzprobleme
- Nicht-freies Betriebssystem für die PDP-11
- Komponenten plötzlich ohne Quellcode
- Keine Möglichkeit mehr, sie den Bedürfnissen anzupassen
- Rückschritt für effektives Arbeiten
- Wendepunkt für Richard Stallman
- Beginn des GNU-Projekts (1984)
Das GNU-Projekt
- Freie Nutzung von Computern
- Freies Betriebssystem mit allem drum und dran
- Frei wie Freiheit, nicht wie kostenlos
- Freie Software darf auch etwas kosten
- Unix-kompatibel, Unix hat sich als ganz brauchbar erwiesen
- GNU's Not Unix
- Werkzeug: GNU General Public License
Grundlagen für Freie Software
Damit Freie Software "funktioniert", wird eine Lizenz benötigt, die folgendes sicherstellt:
- Zugang zum gesamten Quellcode
- Zugang zu allen benötigten Werkzeugen, samt Quellcode
- Erlaubnis für Modifikationen
- Erlaubnis der uneingeschränkten Weitergabe, samt Modifikationen
- Uneingeschrängte Einsatzgebiete
Für viele wichtig:
Veränderungen müssen genauso freigegeben werden dürfen
Das GNU-System
Das GNU-System besteht aus:
- Zuerst Editor Emacs
- Dann Compiler-Collection, Debugger
- Compiler-Compiler
- Shell- und Text-Tools
- Standard-Unix-Werkzeuge, wie grep, awk, wc etc.
Sie zeichnen sich aus durch:
- Hohe Stabilität
- Hohe Robustheit
- Komfortable Bedienung
- Hohe Portabilität
- läuft auf fast allen bekannten Unix-Derivaten
- und Hardware-Plattformen (z.B. Sun Sparc, intel, Alpha...)
Dann kam Linus Torvalds...
- Beginn März 1991
- Erste Version September 1991 (Linux 0.01)
- Die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt
- Kernel unter GNU GPL lizensiert
- Entwickler aus aller Welt
- Das fehlende Glied für "GNU"
- Ohne Richard Stallman wäre alles anders gekommen
- Ohne Linus Torvalds allerdings auch
Open Source versus Free Software
Open Source Definition
ist gleich
Debian Free Software Guidelines- Free Software: Ideologie
- Open Source: Marketing
- Wortwahl nicht optimal
- Wird oft misverstanden
Freie Software versus Spezialsoftware
- Flexibilität
- Möglichkeit zur Mitarbeit
- Erweiterungen und Verbesserungen
- Fehlerkorrekturen
- Offenheit
- Weiterbildung
FSF Europe
- Europäisches Pendant zur FSF
- Gegründet 2001
- Europa als zweitgrösste Quelle Freier Software
- Leistet vor allem Lobbyarbeit
- Rechtliche Vertretung
- Mitglieder sind assoziierte Organisationen
Support?
- Häufiges Argument gegen GNU/Linux und Freie Software
- Know-How selbst aufbauen, anstatt es einzukaufen
- Einkaufen von (renomierten) Firmen:
IBM, Siemens, SuSE, Alcové, Intevation, ITS, orgatech,
Kontinuität von Software
- Hersteller oft keine Firma
- Und wenn das Projekt nicht mehr existiert?
- Und wenn die Firma das Produkt nicht weiter entwickelt?
- Und wenn sie keine alten Versionen mehr unterstützt?
- Verantwortlichkeiten
Resourcen