Zuverlässigkeit im Schienenverkehr
Im Rahmen des Seminars: Zuverlässigkeit in verteilten Systemen
Beim Schienenverkehr müssen aufgrund der höheren Geschwindigkeiten, des längeren Bremsweges und der fehlenden Ausweichmöglichkeiten verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um zuverlässigen Betrieb und sicheren Transport gewährleisten zu können.
Schienenverkehr
- Verkehr auf festen Trassen
- Sicherer als mit dem Auto
- Höhere Geschwindigkeiten
- herkömmlicher Zug: bis 160 km/h
- ICE-1 und ICE-2: bis 250 km/h
- ICE-3: bis 330 km/h
- Transrapid: bis 500 km/h
- Nur Fliegen ist noch schneller
- Feste Vorgaben vom Gesetzgeber
- Geringere Haftreibung
- Stahl auf Stahl bedeutet 1/8 der Haftreibung von Gummi auf Asphalt
- Daher effizientere Antriebe
- Aber auch 8facher Bremsweg
- Langer und Schwerer Zug, also noch längerer Bremsweg
- Mobile, bewegliche und stationäre Elemente
Züge, Weichen und Schranken, Signale etc.
Sicherheitsanforderungen
- Unfälle verherender
- Zuverlässige Fahrzeuge
- Zuverlässige Technik
- Beachtung des Bremsweges
- Schutz vor Kollisionen
- Keine "ad-hoc"-Ausweichmöglichkeiten
- Schienen geben Weg exakt vor
- Lösung: Fahren im Raumabstand
Fahren im festen Raumabstand
- Aufteilung der Strecke in Blockabschnitte
- 1.000 bis 5.000 Meter lange Abschnitte
- Explizite Freigabe der Blockabschnitte durch Signale
H - Hauptsignal
V - Vorsignal
S - Signalschlußstelle - Bei Überfahren von Signal Zwangsbremsung
- Aber: Zugtrennungen bleiben unerkannt
Zugtrennungen
- Problem bleibt bisher unerkannt
- Zug hat Signalschlußstelle passiert
- Jedoch nicht vollständig
- Dennoch wird der Blockabschnitt freigegeben
- Daher werden zusätzliche Sicherungen benötigt
- Zugintegrität sicherstellen
- Bei modernen Zügen kein Problem
- Zusammenhängende Züge
- Datenleitungen im Zug
- Implizite Integritätskontrolle
- Bei älteren und Güterzügen ist das jedoch nicht möglich
- Gleisstromkreise
- Messung von Strom/Widerstand zwischen Gleisen
- Zurückgelassene Achse schließt Gleise kurz
- Achszählkreise
- Signalabhängigkeiten
Signalabhängigkeiten
- Technisch erzwungene Abhängigkeiten für Signale
- Stellungszwang
- Signalstellung hängt von Weiche ab
- Signal kann erst dann auf Fahrt gestellt werden, wenn Weiche fertig
- Weichenverschluß
- Weiche hängt von Signal ab
- Weiche kann Stellung nur dann ändern, wenn Signal nicht auf Fahrt steht
- Fahrstraßenfestlegung
- Weiche hängt von Signalschlußstelle ab
- Weiche kann Stellung nur dann ändern, wenn Zug die Signalschlußstelle passiert hat
Achszählung
|
|
Zuverlässige Hardware
|
|
Fail-Safe
Laut DIN: Fail-Safe-Eigenschaft, bedeutet, daß das System beim Auftreten eines Ausfalls im sicheren Zustand bleiben oder unmittelbar in einen anderen sicheren Zustand übergehen muß.
- Echt-Fail-Safe
- energiearmer Zustand ist sicher
- Ausfall gleichbedeutend mit sicherem Zustand
- Quasi-Fail-Safe
- Ausfall bewirkt keinen sicheren Zustand
- Nachgeschaltete Untersuchung schaltet um
- Mikroprozessorgestützt
Implementierung von Quasi-Fail-Safe
|
|
Zuverlässigkeit im Schienenverkehr
- Komplexes Thema
- Hoher Sicherheitsstandard
- Immenser technischer Aufwand
- Technische Schutzmechanismen
- Ausfälle tolerieren und zuverlässige Komponenten bauen
- Gefährliche Zustände komplett ausschließen