CHIP-Spezial: Linux als Workstation
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Auch wenn Linux als Unix-kompatibles System von jeher für den
Einsatz als Server konzipiert wurde, ist es dennoch so flexibel, daß
es in allen Bereichen eingesetzt werden kann. Anwendungsprogramme
entstehen fast täglich, so daß die täglichen Aufgaben auch unter
Linux erledigt werden können.
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1. Flexibilität |
Flexibilität
Das Betriebssystem Linux unterscheidet sich grundlegend von anderen Systemen durch das offene Entwicklungsmodell. Die gesamten Quellen des Kerns sowie der für den Betrieb benötigten Programme liegen offen und ist jeder interessierten Person zugänglich. Mehr noch, interessierte Personen sind eingeladen, den Quellcode zu lesen, zu erweitern, zu verbessern und die Veränderungen publik zu machen.
Als Resultat davon lesen sehr viele Entwickler verteilt auf der gesamten Welt den Quellcode der verschiedenen Komponenten. Aufgrund vieler unterschiedlicher Interessen tragen völlig unterschiedliche Personen zur Entwicklung bei. Linux läuft daher auf fast jeder gängigen Hardware, vom intel-basierten PC über Alpha-, PowerPC- MIPS- und Sparc-Workstation bis hin zu S/390-Großrechnern sowie PDA's mit ARM-, Motorola- oder MIPS-Chipsatz (siehe z.B. Yopi, iPaq).
Auf Seite der Applikationen sorgt diese Vielfalt der Entwickler auch
dafür, daß sehr viel Software für Linux und Unix als Freie Software
zur Verfügung steht. Wenn ein Entwickler eine Funktion oder ein
Werkzeug vermißt und die Zeit hat, sich selbst darum zu kümmern, dann
wird er es selbst entwickeln und der Öffentlichkeit zur Verfügung
stellen. Hinzukommen große Software-Pakete, die aus Prestige- oder
anderen Gründen zu Freier Software erklärt wurden (z.B. Mozilla, Qt
oder OpenOffice) oder für Linux zur Verfügung gestellt werden
(z.B. Netscape, StarOffice, Acrobat).
Aufgaben
Wenn man einmal Spiele außer acht läßt, bleiben im Prinzip nur wenige Aufgaben übrig, bei denen der Computer die tägliche Arbeit unterstützt.
- Internet
Rechnerchieren im World-Wide-Web, Webseiten mit Java, JavaScript und Flash betrachten, Lesen und Schreiben von E-Mails, Nutzung anderer Dienste wie Chat oder News, Erstellung von Webseiten, Terminplanung.
- Büro-Tätigkeiten
Textverarbeitung, Briefe, Serienbriefe, Tabellenkalkulation, Business-Grafiken, Grafiken, Terminplanung, Synchronisation mit einem PDA.
- Privates
Textverarbeitung, Briefe, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung, E-Mail, Chat.
- Software-Entwicklung
Verwaltung von Quellcode, Programmierwerkzeugen, Unterstützung bei der Programmierung etc.
In dieser (unvollständigen) Aufzählung befindet sich keine Aufgabe,
die nicht auch unter Linux durchgeführt werden kann. Die Bedienung
von Programmen stellt sich jedoch oftmals anders dar als unter anderen
Betriebssystemen, teilweise können bzw. müssen
Kommandozeilen-orientierte Programme verwendet werden. Auf einige der
Programme für die obigen Aufgaben soll im folgenden eingegangen
werden.
Benutzerfreundlichkeit
Einen wichtigen Teil in Richtung Benutzerfreundlichkeit leisten die
Oberflächen, die die Schnittstelle zwischen Benutzer und Computer
darstellen. Während Unix früher gleichzusetzen war mit der Verwendung
einfacher (wenngleich auch mit physikalisch großen Ausmaßen) serieller
Text-orientierter Terminals, anschließend mit schlichten und
funktionalen grafischen Oberflächen, ist heutzutage jeglicher Komfort
vorhanden. Mit Gnome und KDE gibt es unter Linux zwei integrierte
Oberflächen, die ein hohes Maß an Komfort bieten. Für diejenigen, die
es schlichter bevorzugen, stehen auch weiterhin herkömmliche
Window-Manager wie »twm«, »icewm« oder »windowmaker« zur Verfügung.
Textverarbeitung
Für den professionellen Schriftsatz bevorzugen erfahrene Linux-Benutzer LaTeX, doch bedarf diese Software Umgewöhnung im Umgang sowie eine andere Herangehensweise als die meisten Personen gewohnt sind. Für diejenigen, die grafisch ansprechende Programme bevorzugen, stehen auch unter Unix mehrere Programme zur Verfügung.
Da ist zum einen AbiWord zu nennen, ein recht junges Produkt, das auf der Gnome-Suite aufbaut und für viele Einsatzgebiete im privaten Bereich vollkommen ausreicht. Wichtige Funktionen sowie Flexibilität fehlen jedoch noch für den professionellen Einsatz.
Zum anderen gibt es LyX, das auf LaTeX als Backend aufsetzt und eine
ansprechende grafische Oberfläche bietet. Natürlich sind Sie in Ihrer
Arbeit immer noch den "Beschränkungen" von LaTeX unterworfen, können
die Texte jedoch in einem Modus bearbeiten, der Ihnen bereits ein
ungefähres Erscheinungsbild des Ausdrucks bietet. Zu den
Beschränkungen gehört z.B. die sehr eingeschränkte Verwendung von
Schriftarten, da LaTeX aufgrund des Einsatzgebietes nur wenige
Schriftarten bietet. Zuviele unterschiedliche Schriften in einem
einzigen Dokument stören jedoch das Erscheinungsbild des Textes.
StarOffice
Als letztes sei StarOffice genannt. Diese aus Deutschland stammende Textverarbeitung hat schon vor mehreren Jahren für Furore gesorgt. Es war eines der ersten professionellen Textverarbeitungs-Systeme, das auch unter Linux liefen. Für Privatpersonen ist die Benutzung zudem kostenlos, sie müssen sich nur das Programmpaket aus dem Internet auf Ihren eigenen Rechner laden (URL siehe Ende des Artikels).
Abb. 1: StarOffice unter Linux
StarOffice bietet jedoch noch erheblich mehr als nur reine Textverarbeitung. Es ist eine Office-Suite im klassischen Sinne. Enthalten im Paket sind daneben ein Terminplaner, eine Tabellenkalkulation, die auch Business-Grafiken erstellen kann, ein Mail- und News-Programm, sogar ein Web-Browser und schließlich ein Präsentationsprogramm.
Damit ist StarOffice das ideale Programm für den Einsatz im Büro. Durch die Verfügbarkeit unter anderen Betriebssystemen eignet es sich zudem auch sehr gut in heterogenen Netzwerken. Hinzu kommt die Möglichkeit, Dokumente in sehr vielen Formaten zu lesen, so daß alte Dokumente immer noch verwendet werden können.
Von StarOffice gibt es inzwischen ebenfalls eine Freie Variante, die
OpenOffice genannt wird. Das Paket wird zur Gnome-Office-Suite
ausgebaut. In Zukunft muß auf die Entwicklung ein Auge geworfen
werden.
Web-Browser
Auf den beiliegenden CD's finden Sie unter anderem den Netscape Navigator 4.76. Es ist zwar keine Freie Software, doch darf sie unter Linux benutzt werden und es existiert ein Installations-Werkzeug, das Ihnen das Programm vernünftig in das Debian-System integriert. Sie installieren das Programm mit dem folgenden Befehl als »root«
apt-get install communicator
Dabei werden gleich mehrere Pakete installiert, die unter anderem den Netscape Navigator enthalten. Er ist neben dem Internet Explorer wohl der am häufigsten verwendete Browser im Internet und steht für sehr viele Plattformen zur Verfügung, unter anderem auch für Linux. Mit dem Communicator installieren Sie jedoch gleich mehr. Sie erhalten neben dem reinen Web-Browser einen Mail-Client, einen News-Client und einen HTML-Editor.
Die Benutzung des Navigators ist denkbar einfach. Im Prinzip ist er bereits voll funktionstüchtig. Tragen Sie einfach in das URL-Feld eine Web-Adresse ein, z.B. »www.chip.de«, dann wird automatisch die Seite geladen und angezeigt. Selbst Java und JavaScript, das auf einigen Webseiten verwendet wird, um spezielle Funktionen zu bieten, wird von Netscape unter Linux unterstützt.
Abb. 2: Einstellungen des Festplatten-Caches für Netscape
Proxy? Cache?
Ob Sie einen Proxy verwenden möchten oder nur einen Platten-Cache müssen Sie selbst wissen. Beides beschleunigt üblicherweise die Zugriffe auf Webseiten. Wenn sie keinen Proxy einsetzen, sollten Sie auf jeden Fall einen lokalen Cache für Webseiten einrichten. Wenn Sie oft Webseiten ansehen, sollten 10MB schon dafür reserviert werden. Netscape wird dann zuerst im Cache nach den zu ladenden Dateien suchen und sie nur dann aus dem Internet (neu) laden, wenn sie nicht im Cache gefunden wurden oder dort zu alt sind.
Ein Proxy macht im Prinzip das gleiche, jedoch steht er nicht nur Netscape zur Verfügung sondern beliebig vielen Rechnern, Programmen und Benutzern. Der Sinn besteht darin, daß die Browser alle Webseiten und vor allem enthaltene Grafiken über den Proxy laden. Dieser versucht zuerst, die Anfrage selbst anhand der bisher zwischengespeicherten Dateien zu beantworten. Ist das nicht möglich, wird der Proxy die Seite aus dem Internet laden und gleichzeitig an die Browser weitergeben, die sie angefordert haben. Wenn Sie neben Netscape auch andere Programme als Browser verwenden, bietet es sich an, das Paket »squid« zu installieren und anschließend »localhost 3128« als Proxy zu verwenden. Viele Provider stellen für ihre Kunden einen Proxy zur Verfügung. Die Zugangsdaten erhalten Sie dort.
Sie finden die Einstellungen unter »Edit | Preferences« im Teilbaum »Advanced«. Für die Einstellungen der Proxies müssen Sie die Auswahl zunächst auf »Manual proxy configuration« stellen und dann auf die Taste »View« klicken. Anschließend öffnet sich Ihnen das Fenster wie in der Abbildung, in dem Sie die Einstellungen für Proxies vornehmen. Das wichtigste ist dort die Zeile für den »HTTP Proxy«. Wichtig ist ebenfalls der Port, den Sie von Ihrem Provider erfahren.
Abb. 3: Einstellungen des Proxies für Netscape
Mehrsprachige Seiten
Einige Anbieter von Webseiten stellen ihre Seiten in mehreren Sprachen
zur Verfügung. Das ist insbesondere dann interessant, wenn sie
normalerweise auf Englisch angezeigt würden. Im Teilbaum »Languages«
im »Preferences«-Fenster haben Sie die Möglichkeit, mehrere Sprachen
anzugeben, in denen Webseiten bevorzugt dargestellt werden sollen.
Wenn Sie dort z.B. »German« hinzufügen, so daß es vor »English« steht,
und Sie laden als nächstes die Seite »www.debian.org«, dann erhalten
Sie die deutsche Ausgabe der Homepage vom Debian-Projekt. Löschen Sie
auf keinen Fall die Sprache »English«, da sie sonst auf viele Seiten
nicht mehr ohne Fehlermeldungen zugreifen könnten. Leider wird
derartige Unterstütztzung für mehrere Sprachen nur von wenigen
Anbietern im Web unterstützt.
Mozilla
Ebenfalls auf den CDs enthalten ist das Programmpaket Mozilla. Wenn es aufgerufen wird, sieht es zuerst so ähnlich aus wie Netscape 6. In der Tat ist es mit diesem auch verwandt. Beim Mozilla-Projekt handelt es sich um ein von Netscape abgespaltenes Projekt Freier Software. Mittlerweile hat es einen benutzbaren Zustand erreicht. Bei Mozilla handelt es sich auch um einen Tausendsassa. Im Menü »Tasks« finden Sie weitere Teilprogramme wie z.B. zum Mail schreiben oder Chatten.
Sie installieren Mozilla mit dem Befehl
apt-get install mozilla
Wenn sie anschließend »mozilla« starten und feststellen, daß in Ihrem X-Terminal sehr viel geschrieben wird (Debug-Meldungen), sollten Sie Mozilla beim nächsten mal einfach mit dem folgenden Befehl aufrufen:
mozilla> /dev/null 2>&1 &
Mit diesem Befehl werden alle nicht grafischen Ausgaben unterdrückt.
Mail-Clients
Unter Linux stehen sehr viele Mail-Programme zur Verfügung. Welches letztendlich verwendet wird, hängt stark von den eigenen Vorlieben ab. Auf den beiliegenden CD's sind »elm«, »mutt«, »xmh«, »tkmail«, »kmail«, Balsa, Netscape Communicator und Mozilla enthalten, um nur einige zu nennen. Während die ersten beiden für eine Textkonsole gedacht sind und keine grafische Oberfläche bieten, laufen alle anderen unter X11 und bieten teilweise recht ansprechende Benutzungsschnittstellen.
Abb. 4: Netscape Messenger - Mails mit Netscape
Mutt
Mutt ist für die Textkonsole das komfortabelste Mail-Programm. Es ist extrem flexibel und schnell. Dabei bietet es alle benötigten Funktionen und vieles mehr. Sogenanntes Threading, so daß Mails gruppiert werden, die das gleiche Thema behandeln, gehört noch zu den einfachsten Funktionen. Daneben können Mailing-Listen und Absender beliebig konfiguriert werden. Aktionen können sogar in Abhängigkeit von bestimmten Textmustern ausgeführt werden: z.B. unterschiedliche Absender oder Signaturen. Mutt prüft digitale Signaturen automatisch und zeigt das Ergebnis in der Mail an. Mails im HTML-Format werden teilweise automatisch ins Textformat konvertiert ohne daß der Benutzer dieses merkt.
Das gesamte Erscheinungsbild läßt sich zudem frei konfigurieren, nicht nur die Farbwahl. Bestimmte Passagen von Mails können darüberhinaus andersfarbig eingefärbt werden, damit sie gleich ins Auge fallen. Sehr effizient läßt sich mit Mutt arbeiten, wenn Mails vorher mit »procmail« gefiltert und sortiert sowie Adressen mit »lbdb« (Little Brother Database) gesucht werden. Mit Hilfe von »urlview« werden URLs auf Wunsch ([Strg-B]) an einen Web-Browser weitergereicht. Kurz gesagt: Mutt ist das Mail-Programm für den Experten. Die gesamte Konfiguration von Mutt ist auf Ihrem Rechner in »/usr/share/doc/mutt/manual.txt.gz« beschrieben, wenn Sie das Paket »mutt« installiert haben. Daneben liegt die Dokumentation auch im HTML-Format vor.
Abb. 5: Konfiguration von Mail für den Communicator
Netscape
Der Netscape Communicator bietet seit Jahren einen komfortablen Mail-Client mit grafischem Frontend. Daneben ist er sehr einfach für POP3- oder IMAP-Mailboxen einzurichten. Wer keinen eigenen Mailserver betreibt, was einiges an Arbeit bedeuten würde, der wird seine Mail wahrscheinlich über POP3 vom Server des Providers abrufen oder direkt mit einem Browser arbeiten.
Sie gelangen zum Mail-Interface über den Menüpunkt »Communicator« und dort über den Menüpunkt »Messenger«. Für Mail wird ein neues Fenster geöffnet, das in drei Teile geteilt ist. Auf der linken Seite sehen Sie die verschiedenen Mailboxen. Rechts oben sehen Sie die Liste der Mails in dieser Mailbox. Ungelesene Mails werden dabei fett dargestellt, bereits gelesene in der normalen Schriftart. Darunter wird die Mail angezeigt, die Sie ausgewählt haben.
Für die Konfiguration des Messengers ist der Abschnitt »Mail &
Newsgroups« im Konfigurations-Fenster vorgesehen, in das Sie über den
Menüpunkt »Edit | Preferences« gelangen. Die wichtigesten Abschnitte
sind »Identity« und »Mail Servers«. Mit diesen richten Sie Ihren
Account ein, mit den restlichen Abschnitten verfeinern Sie die
Konfiguration.
Identity
Hier tragen Sie ihren vollständigen Namen sowie die E-Mail-Adresse ein, die sie verwenden möchten. Wenn Sie eine andere Adresse verwenden als die, an die geantwortet werden soll, tragen Sie bitte die Antwort-Adresse im Feld »Reply-to address« ein. Das ist die Adresse, die von einem Mail-Programm verwendet wird, wenn der Benutzer einfach auf »Reply« drückt. Das Feld »Organization« dürfen Sie freilassen. Sie können dort jedoch auch den Namen ihrer Organisation, z.B. den Namen der Firma eintragen, falls Sie die Mails geschäftlich nutzen.
Abb. 6: Ihre persönliche Identität
Unter »Signature File« wird eine Datei erwartet, die an das Ende jeder Mail kopiert wird. Da sie mit »-- « von der Mail abgesetzt wird, ist sie nicht für Gruß-Formeln geeignet. Stattdessen ist sie dazu gedacht, allgemeine Informationen wie Ihre Anschrift, Telefonnummer, Web-Adresse oder einen Spruch zu enthalten. Für geschäftliche Mails bietet es sich an, dort den Namen der Firma, die Web-Adresse, Ihre Abteilung sowie die Telefon- und Faxnummern aufzunehmen. Bedenken Sie bitte, daß Signaturen nicht gerne gesehen werden, die länger als vier Zeilen lang sind.
Mit dem nächsten Menüpunkt legen Sie eine Visitenkarte (vCard) an.
Sie kann automatisch an jede Mail angehängt werden. Wenn der
Empfänger ein Mail-Programm verwendet, das vCards unterstützt, werden
die eingetragenen Informationen ähnlich wie eine Visitenkarte
angezeigt. Bevor Sie sich jedoch entscheiden, an jede Mail eine vCard
anzuhängen, bedenken Sie bitte, daß nur wenige Mail-Programme diese
Technik unterstützen (Netscape Messenger und MS Outlook). In anderen
Mail-Programmen stören vCards normalerweise.
Mail Servers
In diesem Fenster konfigurieren Sie die aktuellen Verbindungsdaten. Von welchem Server sollen Mails geholt werden? Wohin sollen selbst geschriebene geschickt werden? Wo sollen Mails auf dem eigenen Rechner gespeichert werden?
Abb. 7: Hier tragen Sie die Mailserver ein
Zuerst ändern Sie den Eintrag »pop« im Bereich »Incoming Mail Servers«. Wählen Sie den Eintrag aus, bis er schwarz wird, und drücken Sie anschließend auf die Taste »Edit«. Daraufhin wird ein neues Fenster geöffnet, in dem Sie den Server konfigurieren.
Tragen Sie unter »Server Name« Ihren Mailserver bzw. den Ihres Providers ein. Als »Server Type« wählen Sie »POP« aus, es sei denn, Ihr Provider bietet »IMAP« an. Im Feld »User Name« tragen Sie Ihren eigenen Benutzernamen ein, den Ihr Provider für Sie eingerichtet hat.
Sie werden anschließend nach einem Paßwort gefragt. Netscape bietet an, das eingegebene Paßwort zu speichern, so daß Sie es nicht bei jedem Programmstart neu eingeben müssen. Das hat jedoch nicht nur den Nachteil, daß Ihr Paßwort auf der Festplatte gespeichert würde, sondern auch, daß jede Person, die an Ihren Computer gelangt und dort unter Ihrem Account Netscape startet, neue Mails beim Provider abholen und lesen kann.
Die nächste Option teilt Netscape mit, wie oft auf dem Mail-Server nach neuen Mails nachgesehen werden soll. Voreingestellt sind hier 10 Minuten. Für die meisten Fälle sollte das ausreichend sein. Wenn Ihnen jedoch viele Mails geschickt werden oder Sie nur eine langsame Verbindung zum Mailserver haben, dann sollten Sie den Wert raufsetzen. In dem Fall kann es nämlich zu Performance-Beeinträchtigungen auf dem Mail-Server kommen, wenn sich zwei derartige Abfragen überschneiden. Ebenfalls problematisch kann es werden, wenn Sie große Mails empfangen, deren Download länger als die angegebene Zeitspanne dauert. Verwenden Sie diese Einstellung daher bitte vorsichtig.
Dieses Fenster bietet eine weitere Karte »POP«, in der Sie zusätzliche
Einstellungen vornehmen können. Wenn Sie Mails vom POP-Server
abholen, sollten sie diese dort gleichzeitig löschen, denn sonst wÜrde
Ihre Mailbox dort unter Umständen ins unermeßliche wachsen. Schalten
Sie daher die Option »Leave messages on server« nicht ein.
Copies and Folders
Im Menüpunkt »Copies and Folders« stellen Sie ein, ob sie von jeder verschickten Mail eine Kopie behalten möchten. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie der Meinung sind, wichtige Mails zu schreiben, die zumindest in Ihrem eigenen Archiv aufbewahrt werden sollten. Sie haben dazu verschiedene Möglichkeiten:
Abb. 8: Wohin sollen Kopien Ihrer Mail geschickt werden?
»Sent« ist eine spezielle Mailbox (auf der linken Seite im Messenger angezeigt). Alternativ können Sie eine "nicht sichtbare" Kopie (»BCC«) an Ihre eigene Mail-Adresse schicken und später entscheiden, ob Sie die Mail aufbewahren möchten oder doch löschen. Diese Einstellung ist sinnvoll, wenn nicht jede Mail aufbewahrt werden soll. Zuletzt haben Sie die Möglichkeit, verschickte Mails "unsichtbar" an eine beliebige Adresse zu schicken.
Abb. 9: Formatierung von Mails
Formatting
Dieses Menü sollten Sie nicht misachten. Hier stellen Sie im ersten
Menüpunkt ein, ob Sie Mails im HTML-Format oder im reinen Textformat
verschicken möchten. Stellen Sie es bitte auf »plain text«.
HTML-Mail wird zum einen nicht von allen Mail-Programmen vernünftig
unterstützt, zum anderen hilft es dem Verständnis von Mails nur
selten, sie in HTML einzubetten und damit "obskure" Formatierungen
zuzulassen. Die Empfänger werden Ihnen dankbar sein.
Grafikbearbeitung
GIMP, das GNU Image Manipulation Program, ist ungeschlagen, wenn es um das Bearbeiten von Grafiken unter Unix geht. Es ist ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm, vergleichbar mit Photoshop. Das Programm bietet viele Möglichkeiten, ein vorhandenes Bild zu bearbeiten und zu verändern. Wenn das Paket »gimp-data-extras« installiert ist, stehen unter anderem viele zusätzliche "Brushes" für den Pinsel und zusätzliche Muster zum Füllen und Malen zur Verfügung.
Abb. 10: Bildbearbeitung mit GIMP
Das Menü von GIMP erhalten Sie durch den Druck auf die rechte Maustaste. GIMP bietet Ihnen mit [Strg-Z] zudem eine mehrstufige Undo-Funktion zur Verfügung. So können Sie problemlos die einzelnen Funktionen ausprobieren und wieder rückgängig machen, falls Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind.
Ein Teil der Funktionen steht nicht für alle Grafik-Modi zur Verfügung. Wenn eine GIF-Datei geladen wird, befindet sich GIMP in im »Indexed«-Mode. Wenn anschließend Farben ausgetauscht werden sollen, gibt es verwirrende Ergebnisse, wenn eine Farbe gewählt wird, die in der Ursprungsdatei nicht vorhanden ist.
Für jegliche grafischen Manipulationen an der Datei sollten Sie daher nicht mit einer limitierten Farbtabelle arbeiten. Dieses erreichen Sie im Menü über die Menüpunkte »Image | Mode | RGB« bzw. »Image | Mode | Grayscale« für Schwarz-Weiß-Bilder. Das sollten Sie auch dann machen, wenn Sie die Grafik letztendlich als GIF speichern möchten. Wenn Sie mit »Image | Mode | Indexed...« auf eine Farbpalette umschalten, haben Sie die Möglichkeit, die Farbpalette zu beeinflussen und so z.B. die Anzahl der verwendeten Farben festzulegen.
GIMP unterstützt verschiedene Layer für Grafiken. Wenn Sie beispielsweise mit »Script Fu | Shadow | Drop Shadow« einen Schatten werfen, legt GIMP einen zweiten Layer mit dem Schatten an. In einer normalen Grafikdatei läßt sich jedoch meistens nur ein Layer speichern. Daher sollten Sie die Layer vor dem Speichern mit »Layers | Flatten Image« zu einem einzigen zusammenfassen. Dieses gilt natürlich nicht für animierte Grafiken.
Abb. 11: Technische Zeichungen mit »xfig«
Vektor-Grafiken
Während GIMP für Bildbearbeitung steht und damit Pixel-orientiert arbeitet, gibt es eine Reihe von Programmen, die vektor-orientiert arbeiten. Ein Vektor ist in diesem Fall ein grafisches Element: Eine Linie, ein Punkt, ein Kreis, ein Dreieck, ein Buchstabe u.s.w. Programme, die für technische Zeichnungen verwendet werden, umfassen »dia« und »xfig«. Beide sind in der Lage, die Grafiken in verschiedene Formate zu exportieren. So können z.B. TIFF-Dateien erzeugt werden, die anschließend mit GIMP weiterbearbeitet werden.
![[StarOffice unter Linux]](soffice-small.png)
![[Einstellungen des Festplatten-Caches für Netscape]](cache-small.png)
![[Einstellungen des Proxies für Netscape]](proxy-small.png)
![[Netscape Messenger - Mails mit Netscape]](nsmail-small.png)
![[Konfiguration von Mail für den Communicator]](mail-small.png)
![[Ihre persönliche Identität]](identity-small.png)
![[Hier tragen Sie die Mailserver ein]](servers-small.png)
![[Wohin sollen Kopien Ihrer Mail geschickt werden?]](copies-small.png)
![[Formatierung von Mails]](format-small.png)
![[Bildbearbeitung mit GIMP]](gimp-small.png)
![[Technische Zeichungen mit »xfig«]](xfig-small.png)