Stachel: Zufluchtstätte für von Gewalt bedrohte Mädchen
Vorarbeiten zur Einrichtung einer Zufluchtstätte vom Mädchenhaus Oldenburg geleistet.
"In Gewalttaten gegen Mädchen findet die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ihren extremsten Ausdruck. Gewalt wird häufiger gegen Mädchen gerichtet und sie reagieren auf das Erlebte anders als Jungen," sagt Doris Bees, Sozialwissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Autonomen Mädchenhauses Oldenburg e.V.
Wird Gewalt innerhalb der Familie ausgeübt, verlieren die Mädchen ein Zuhause, daß ihnen Schutz und Sicherheit gibt. So ist es nicht Abenteuerlust sondern Leidensdruck, der viele Mädchen veranlaßt von zu Hause wegzulaufen. In der Zufluchtstätte sollen diese Mädchen aufgefangen werden.
Die Aufnahme wird rund um die Uhr und auch am Wochenende möglich sein.
"Betroffene brauchen rasche und intensive Hilfe. Sie müssen pädagogisch und psychologisch unterstützt werden, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und, um einen dauerhaften Weg aus ihrer Notsituation zu finden," so Cathrin Schulz, Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Vereins.
Die Zufluchtstätte ist so konzipiert, daß Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 21 Jahren eine vorübergehende Wohnmöglichkeit und pädagogische Unterstützung erhalten. Innerhalb von drei Monaten soll geklärt sein wie ihr weiterer Lebensweg aussieht. Die Addresse der Zufluchtstätte muß anonym bleiben, da erfahrungsgemäß viele Mädchen davon bedroht sind, mit Gewalt wieder nach Hause gebracht zu werden.
In anderen Städten wie Osnabrück, Bielefeld oder Münster existieren bereits Zufluchtstätten, die Mädchen Schutz und Hilfe bieten. Eine Untersuchung des Mädchenhauses belegt, daß für die Landkreise Ammerland, Oldenburg, Wesermarch und die Stadt Oldenburg eine entsprechende Einrichtung fehlt
Der Verein plant, die Zufluchtstätte Anfang nächsten Jahres zu realisieren.