Stachel: Medienmonopol in Oldenburg

Damit in Oldenburg in Zukunft keine monopolistische Medienstruktur herrscht, hat sich anfang des Jahres der Verein Radio Oldenburg gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, in Oldenburg Hörfunk zu machen - frei von Werbung und unausgesprochener Verpflichtungen gegenüber Firmen.

Dieses Ziel ist aber keineswegs unrealistisch. Das niedersächsische Landesrundfunkgesetz vom 9.November sieht nichtkommerziellen Lokalfunk als fünfjährigen Modellversuch vor. Es soll u.a. untersucht werden, wie sich die Medienstruktur verändert und ob sich ein lokaler Rundfunksender, wie er in Amerika z.B. gang und gäbe ist, überhaupt selbst tragen kann.

Am 28.11.94 wird die Landesmedienanstalt in Hannover die Versuchsgebiete festlegen, in denen aller Voraussicht nach nichtkommerzieller Lokalfunk erprobt wird.

Radio Oldenburg wird aber keineswegs ein weiterer Dudelsender sein. Als Lokalradio wird der Schwerpunkt des Senders auf Informationen aus der Region liegen. Nachrichten aus aller Welt werden natürlich auch nicht fehlen.

Radio Oldenburg soll als Sprachrohr dienen. Jede Person, die meint, sich mitteilen zu müssen, soll dieses in Form eines Beitrages oder einer kompletten Sendung tun können. Gerade für Hobby-Journalisten, Initiativen, Gruppen, Organisationen wird das eine interessante Alternative zur bisherigen Mediensituation in Oldenburg. Radio Oldenburg wird hier auch gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Als besonderes Bonbon haben die Aktiven eine Musiksendung der etwas anderen Art entwickelt. Die Sendung steht unter dem Motto: "Wer kennt dieses Lied?" Bei sehr vielen lagern Musikstücke, von denen die Besitzer nicht wissen, von wem sie sind, wie sie heißen oder von welcher Platte sie sind. Andere Hörer sollen dann in der Sendung anrufen können und das Rätsel auflösen.

Die NWZ versucht auch hier, ihre Monopolstellung auszudehen. Nicht genug, daß sie hier in der Region das Zeitungsmonopol haben, bei Radio ffn und Antenne Sachsen Anhalt ein Bein in der Tür haben, jetzt wollen sie auch noch den Bereich lokalen Hörfunk abdecken. Dann könnte Oldenburg endgültig in die "Stadt der Ahnungslosen" umbenannt werden.

Wer mehr Informationen haben will oder Mitglied im Verein Radio Oldenburg werden will, der kann beim Infotelefon (Tel: [Nummer expired]) anrufen oder einen frankierten, an sich selbst adressierten Rückumschlag an die folgende Adresse schicken:

Radio Oldenburg, c/o [Adresse expired]

mgs
Quelle: Oldenburger Stachel 11/94