freeX: Debian GNU/Linux 2.1

Die ausschließlichen Vertriebsrechte an diesem Artikel liegen beim Computer- & Literaturverlag (C&L). Der Artikel darf nicht kopiert oder gar erneut in einer Zeitschrift oder einem Buch veröffentlicht werden ohne vorherige Erlaubnis von C&L. Der Verlag gestattet freundlicherweise die Veröffentlichung auf diesen Seiten. Wer öfter auf diesen Hinweis trifft, sollte sich überlegen, die Zeitschrift freeX zu abonnieren.

Auf geht's!

 
Wollten Sie nicht schon längst Linux installieren und haben sich nicht getraut, weil Sie von einer kryptischen Installation gehört haben? Diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an. Jede aktuelle Distribution wird menügesteuert installiert. Die dem Heft beiliegende CD enthält die professionelle Debian-Distribution in der aktuellen Version 2.1, dessen Installation auf den folgenden Seiten beschrieben wird.

 

1. Festplatte partitionieren
2. Licht aus, Spot an
3. Update des Systems
4. Systemvoraussetzungen
5. Basics zu »dpkg«
6. Paketverwaltung der neuen Generation
7. Resources

Debian GNU/Linux zeichnet sich durch zwei Dinge besonders aus. Zum einen war es eine lange Zeit die einzige Distribution, die zu 100% aus freier Software bestand und immer noch besteht. Zum anderen ist es die Distribution, bei der Software nach umfassender Installation funktioniert und nicht anschließend aufwendig konfiguriert werden muß.

Festplatte partitionieren

Debian GNU/Linux benötigt als Minimum zwei Partitionen. Die Swap-Partition sollte ein Vielfaches ihres Arbeitsspeichers sein. Bei 64M RAM schlagen wir 128MB oder 256MB als Swapspace vor. Die zweite Partition ist für Daten bestimmt. Planen Sie, einen Server zu installieren, dann sollten Sie überlegen, ob Sie zusätzliche Partitionen oder gar eigene Platten für »/var«, »/usr« und »/home« vorsehen. Mit dem Programm »fips« (First nondestructive Interactive Partition Splitting program) aus »\TOOLS\FIPS20« werden bestehende DOS-Partitionen geteilt und können anschließend unter Linux verwendet werden.

[cfdisk]

Abbildung 1: Die Festplatte partitionieren

Installiert wird das System direkt von der CD oder - wenn Ihr Rechner nicht von CD booten kann - über eine Bootdiskette. Dazu werden das Programm »\TOOLS\RAWRITE2\rawrite.exe« und die Datei »\INSTALL\resc1440.bin« benötigt. Mit »rawrite« wird das Disketten-Image auf eine freie Diskette geschrieben. Steht bereits ein Unix-System zur Verfügung, dann schreibt der folgende Befehl das Image:

  dd if=resc1440.bin of=/dev/fd0 conv=bs=512 conv=sync ; sync

Nur für den Fall, daß Ihr CD-ROM Laufwerk weder über eine SCSI- noch über eine ATAPI-Schnittstelle (heutzutage üblich) angesprochen wird, benötigen Sie eine weitere Diskette. In dem Fall müssen Sie die Treiber ebenfalls von einer Diskette einlesen, damit das Installationsprogramm auf die CD zugreifen kann. Dazu schreiben Sie die Datei »\INSTALL\drv1440.bin« auf eine weitere freie Diskette.

Paketinformationen
Abhängigkeiten
Programme benötigen weitere Programme aus anderen Paketen, damit sie überhaupt funktionieren.
Konflikte
Zwei Pakete, die die gleiche Funktionalität bieten, dürfen nicht gleichzeitig installiert werden. Ersetzt ein Paket ein anderes, wird ebenfalls nur eines von beiden installiert.
Provides
Wird ein Paket von einem mit anderem Namen ersetzt, dann zeigt das neue damit an, daß es die gleiche Funktionalität bietet. Zwei Pakete, die die gleichen Funktionen bieten (z.B. zwei Mail-Server), stellen so oft ein Pseudo-Paket (z.B. mail-transport-agent) zur Verfügung.

Licht aus, Spot an

Legen Sie nun die beiliegende CD bzw. die eben erzeugte Bootdiskette in das entsprechende Laufwerk ein und starten den Rechner neu. Sie gelangen in ein Menü, in dem Sie, wenn Ihre Hardware es verlangt, zusätzliche Parameter angeben können. Durch Eingabe von »linux root=/dev/hda2« würden Sie z.B. das Linux-System auf der zweiten Partition der ersten IDE-Festplatte booten. Damit können Sie ihr System reaktivieren, falls der Bootmanager überschrieben sein sollte.

Für die Installation drücken Sie einfach »Enter«, wenn Sie keine Parameter für Ihre Hardware benötigen, ansonsten geben Sie »linux « gefolgt von den benötigten Parameter an und bestätigen mit »Enter«. Sie gelangen in die Installationsroutine von Debian. Das System schlägt jeweils einen nächsten Schritt durch den Menüpunkt »Next« vor. Daneben werden teilweise weitere Alternativen angeboten, die das Programm für sinnvoll hält. Sie können während der Installation Menüpunkten auch vorgreifen oder vergangene wiederholen.

Nachdem Sie sich zwischen schwarz/weißer und farbiger Darstellung entschieden haben, stellen Sie die Tastaturbelegung ein. Als nächstes wird die Festplatte partitioniert. Achten Sie beim Partitionieren darauf, daß für die Swap-Partition der Typ 82 gesetzt werden muß.

Es ist bekannt, daß das verwendete Partitionierungsprogramm Probleme mit großen Platten hat, ggf. wechseln Sie mit »Alt-F2« auf die zweite Konsole und rufen dort »fdisk« auf. Die Bedienung ist erheblich einfacher, mit »?« erhält man die Online-Hilfe, mit »d« wird eine eine Partition glöscht, mit »n« neu angelegt, die Größe wird üblicherweise mit »+1024M« für 1 Gigabyte angegeben.

Ist die Festplatte partitioniert, werden, die Swap- und Daten-Partitionen initialisiert und aktiviert. Das System schlägt als Pfad »/« vor. Wird nur eine Datenpartition verwendet, so wird der Vorschlag übernommen. Sind weitere Linux-Partitionen verfügbar, dann werden sie als »/usr«, »/var« oder »/home« ins System eingehängt.

[dinstall]

Abbildung 2: Die Installationsroutine von Debian

Im nächsten Schritt werden Betriebssystemkern und Module installiert. Nur wenn ihr CD-ROM-Laufwerk weder über SCSI noch über ATAPI angesprochen wird, benötigen Sie die Bootdisk (»resc1440.bin«) und die Treiber-Diskette (»drv1440.bin«) auf Disketten. Normalerweise werden Kernel und Module jedoch direkt von der beiliegenden CD installiert. Dazu geben Sie an, wie das CD-Laufwerk angesprochen wird. Bei einem ATAPI CD-ROM ist das CD-Laufwerk wahrscheinlich an »/dev/hdc« (zweiter AT-Bus, primäres Gerät) angeschlossen. Falls Sie sich nicht sicher sind, probieren Sie die Einträge einfach der Reihe nach durch.

Der bei einer erkannten CD vorgeschlagene Pfad »/debian« ist vernünftig und wird mit »Return« bestätigt. Anschließend läßt man die Installationsroutine mit »list« nach passenden Dateien suchen und bestätigt eines der gefundenen Verzeichnisse. Beide enthalten die passenden Dateien.

Bei der Konfiguration der Module wählen Sie alle Module aus, die Ihr System permanent benötigt. Ist eine Netzwerkkarte eingebaut, so sollte der entsprechende Treiber aktiviert sein. Sie müssen teilweise den verwendeten Interrupt oder die Basis-I/O-Adresse angeben. Wenn Sie alle benötigten Module eingerichtet haben, wählen Sie »Finish« aus und kehren ins Hauptmenü zurück. Diesen Schritt können Sie im laufenden System jederzeit mit dem Programm »modconf« wiederholen.

[modconf]

Abbildung 3: Module konfigurieren

Anschließend wird das Netzwerk konfiguriert. Wenn Ihr Rechner nicht permanent an einem Netzwerk teilnimmt, geben Sie lediglich den Rechnernamen an. Andererseits erfragen Sie die benötigten Daten (IP-Adresse, Netzmaske, Broadcast-Adresse, Gateway, Nameserver) bei Ihrem Systemadministrator. Diese Daten werden in »/etc/init.d/network« festgehalten, Sie können später problemlos geändert werden.

Jetzt wird das sogenannte Basis-System installiert. Dabei handelt es sich um ein minimales Debian-System, das als Basis für die weitere Installation verwendet wird. Es wird ebenfalls von der beiliegenden CD eingelesen. Im Anschluß daran wird die Zeitzone eingestellt. Hier wählen Sie der Reihe nach »MET« (Mitteleuropa) sowie »Europe« und anschließend »Berlin« aus. Anschließend müssen Sie sich entscheiden, ob die Uhr im Rechner nach der GMT (Greenwich-Mean-Time) oder lokaler Zeit gestellt werden soll.

Unter Unix ist GMT üblich, die Uhrzeit wird selbst jeweils für lokale Zeitzone umgerechnet. Auf anderen Systemen wird die Rechnerzeit als gegeben angesehen. Setzen Sie nur Unix ein, dann wählen Sie GMT (»Yes« im Dialog), sonst lieber lokale Zeit (»No«). Die Einstellung kann später in »/etc/default/rcS« geändert werden.

Als nächstes wird der Boot-Manager LILO eingerichtet und der Rechner neu gestartet. Achten Sie darauf, daß sich die bootbare CD nicht im Laufwerk befinden darf. Nach dem Neustart werden Sie nach dem Paßwort für den Superuser-Account »root« gefragt und legen anschließend einen normalen Benutzer für tägliche Aufgaben an. Aktivieren Sie sicherheitshalber Shadow-Paßwörter. Sind sie aktiviert, können normale Benutzer nicht einmal mehr die verschluesselten Paßwörter sehen. Wenn Sie nicht auf einem Laptop installieren, lassen Sie anschließend die PCMCIA-Pakete löschen.

Die Distribution selbst ist in Pakete aufgeteilt, die bestimmte Funktionen bieten. Es sind logisch zusammengehörende Einheiten. Sie haben nun die Möglichkeit, eine grobe Vorauswahl für die Installation zu treffen. Im Anschluß daran wird der Paket-Manager gestartet, in dem Sie die Pakete einzeln auswählen und so die Auswahl verfeinern können. Wählen Sie das aus, was dem gewünschten Zweck des Rechners am nächsten kommt, überspringen Sie den Schritt oder wählen Sie »Basic«.

Tastenkürzel im Auswahlmenü von »dselect«
»+«Paket zur Installation markieren
»-«Paket zum Löschen markieren, Konfiguration behalten
»_«Wie »-«, jedoch die Konfiguration ebenfalls löschen
»=«Paket als hold markieren (oder Markierung zurücknehmen), kein automatisches Update oder Remove, kann dazu verwendet werden, die Abhängigkeitskontrolle ruhigzustellen.
»/«Nach Paketen Suchen
»«Suche wiederholen
EnterEinstellungen übernehmen, Abhängigkeiten überprüfen
»i«,»I«Info-Box verändern, Inhalt verändern, ganz ausblenden
»o«,»O«Sortierung der Pakete verändern
»v«,»V«Statusanzeige der Pakete beeinflussen

Im eigentlichen Paket-Manager »dselect« wird zuerst die Quelle der zu installierenden Pakete eingestellt. Dieses geschieht im Menüpunkt »Access«. Voreingestellt ist »multi_cd«. Für die Installation reicht es, wenn Sie die Fragen einfach mit »Enter« beantworten. Voreingstellt ist »/dev/cdrom« als CD-Laufwerk, es ist ein Link auf das entsprechende Gerät, das während der bisherigen Installation verwendet wurde. Anschließend wird die interne Datenbank mit »Update« auf den aktuellen Stand gebracht.

Jetzt geht es mit »Select« in die eigentliche Paketauswahl. Bitte lesen Sie sich dazu die vom Programm angebotenen Hilfeseiten durch. Debian wird nachgesagt, daß »dselect« nicht besonders benutzerfreundlich ist. Daher finden Sie die Tastatursteuerung in den beiden nebenstehenden Kästen. Die Aufgabe des Paket-Managers besteht darin, Informationen über Pakete anzuzeigen, Pakete auswählen zu lassen, Abhängigkeiten zu überprüfen und die Pakete schließlich zu installieren.

[dselect]

Abbildung 4: Der Paketmanager »dselect«

Gehen Sie der Reihe nach durch die Liste der Pakete und fügen Sie mit »+« weitere hinzu bzw. löschen Sie überflüssige Pakete mit »-«. Wenn durch Hinzufügen oder Löschen Probleme entstehen, gelangen Sie sofort in den sogenannten Konflikt-Bildschirm. Dort werden von der Änderung betroffene Pakete aufgelistet und Abhängigkeiten angezeigt. »dselect« hat bereits einen Vorschlag zur Lösung des Problems gemacht, der nur noch mit »Enter« akzeptiert werden muß. Mit »R« und »U« kann er zurückgenommen bzw. wieder aktiviert werden. Hier fügen Sie ebenfalls mit »+« Pakete hinzu und markieren mit »-« die Pakete, die gelöscht werden sollen.

Tastenkürzel im Konfliktbildschirm von »dselect«
EnterEinstellungen übernehmen, Abhängigkeiten erneut überprüfen
»R«Vorgeschlagene Änderungen zurücknehmen
»U«Vorgeschlagene Änderungen wiederholen
»X«Alle Änderungen verwerfen
»Q«Eigene Änderungen so akzeptieren, Abhängigkeiten nicht prüfen

Wenn die Abhängigkeiten einmal laut überhaupt »dselect« nicht passen sollten, Sie jedoch wissen, daß Sie recht haben, kehren Sie mit »Q« ins vorherige Menü zurück. Haben Sie die gewünschten Pakete ausgewählt, wird »dselect« die gesamten Abhängigkeiten prüfen und ggf. den Konflikt-Bildschirm präsentieren.

Anschließend wird aus dem Hauptmenü »Install« gewählt, um die Pakete zu installieren. Es kann passieren, daß sich einige Pakete doch nicht sauber installieren lassen, meist hilft es dann, erneut »Install« und »Configure« auszuwählen. Mit »Rename« werden die zum Löschen markierten Pakete aus dem System genommen.

Während der Installation werden zu einigen Paketen Fragen gestellt, die so gut es geht, beantwortet werden. Sie haben später die Möglichkeit, die Angaben zu ändern, indem Sie die Konfiguration selbst bearbeiten.

Update des Systems

Wird eine neue Version von Debian GNU/Linux freigegeben oder möchten Sie die neueste Entwickler-Software benutzen, dann müssen Sie Ihr System keineswegs neu installieren. Ein Debian-System wird üblicherweise im laufenden Betrieb aktualisiert. Pakete werden nicht ausschließlich von CD eingelesen, sondern über mehrere Protokolle auch aus dem Netzwerk. So halten Sie ihr System bequem auf dem laufenden Stand.

Um in den Genuß dieser Technik zu kommen, müssen Sie die »Access«-Methode von »multi_cd« auf »APT Acquisition« umstellen. Diese Methode ist die modernste von allen und ermöglicht die Verwendung von Archiven via http, ftp und lokalen Verzeichnissen. Es dürfen beliebig viele Quellen angegeben werden, so daß auch semi-offizielle Quellen von Debian-Paketen verwendet werden können.

Updates aus dem Netz
Updates aus dem Netz holt man sich am einfachsten durch APT, dazu werden folgende Zeilen in »/etc/apt/sources.list« eingetragen, sowie die Access-Methode in dselect auf »APT Acquisition« gestellt.
deb ftp://ftp.debian.de/debian stable main
Um die komplette Debian 2.1 Distribution zu erhalten.
deb http://security.debian.org/ stable updates
Um Sicherheits-Updates vom Security Team zu erhalten.
deb ftp://ftp.debian.de/debian stable main contrib non-free
Um die komplette Debian 2.1 Distribution sowie die nicht 100% freien Zusatzpakete zu erhalten. Ersetzt die erste Zeile.
deb http://nonus.debian.org/debian-non-US stable non-US
Um zusätzlich die Pakete zu erhalten, die Verschlüsselung beinhalten und daher nicht aus den U.S.A. exportiert werden dürfen.
deb ftp://ftp.debian.de/debian unstable main
Um in den Genuß neuester Software zu kommen. Vorsicht ist geboten, denn hier wird die nächste Version von Debian entwickelt, es kann Haken geben. Es muß mit »apt-get dist-upgrade« umgestiegen werden.

Die Pfade zu den Paketen (siehe Kasten "Updates aus dem Netz") werden mit einem Editor (z.B. »ae« oder »vi«) in »/etc/apt/sources.list« eingetragen oder über den Menüpunkt »Access« in »dselect« hinzugefügt. Anschließend wird die interne Datenbank über den Menüpunkt »Update« oder über »apt-get update« auf der Shell mit den neuen Daten in Einklang gebracht.

Aufgrund des stark eingeschränkten Platzes (knapp 700MB) enthält die Version von Debian auf der beiliegenden CD nicht alle Pakete, die von den Debian-Entwicklern bereitgestellt werden. Mit dem Update aus dem Netz fügt man jedoch die fehlenden Pakete mühelos hinzu.

Wird auf eine nächste Version von Debian (zur Zeit von 2.1 auf 2.2 bzw. auf pre2.2) aufgerüstet, dann muß »apt-get dist-upgrade« verwendet werden. Wird lediglich auf die im Netz verfügbare vollständige Distribution umgestellt, dann reichen »dselect« oder »apt-get upgrade« aus. Nachdem auf APT umgestellt wurde, können Einzelpakete alternativ mit »apt-get install foo« installiert werden.

Systemvoraussetzungen

Prozessor ab i386, besser Pentium oder vergleichbar
RAM ab 4MB, besser 16 oder mehr
Festplatte ab 40MB, besser 200MB oder mehr
Grafikkarte, VGA-Kompatibel
CD-ROM, ggf. Diskettenlaufwerk

Basics zu »dpkg«

Unabhängig davon, ob Sie »dselect« oder »apt-get« als Paketmanager verwenden, als Backend kommt immer »dpkg« zum Einsatz. Sollten Sie einmal auf die untere Ebene steigen, z.B. um etwas zu reparieren oder um Informationen aus dem System herauszukitzeln, dann hilft Ihnen die folgende Auflistung:

»dpkg -i foo.deb«
Installiert das Paket »foo.deb« sofern die Abhängigkeiten und Konflikte aufgelöst sind.

»dpkg -l«
Zeigt die Liste aller Pakete an. Steht in der ersten Spalte »ii«, dann ist das Paket installiert. Es dürfen Paketnamen (ohne ».deb«) angegeben werden.

»dpkg -s foo«
Zeigt den Status, die Beschreibung, Abhängigkeiten und Konfigurationsdateien zum Paket »foo« an.

»dpkg -S /usr/lib/bar«
Sucht in der Datenbank nach allen Paketen, in denen die angegebene Datei oder das angegebene Verzeichnis enthalten ist.

»dpkg -L foo«
Zeigt alle im angegebenen Paket enthaltenen Dateien und Verzeichnisse an.

»dpkg -r foo«
Löscht die angegebenen Pakete aus dem System. Konfigurationsdateien bleiben erhalten.

»dpkg --purge foo«
Wie »-r«, Konfigurationsdateien werden jedoch ebenfalls gelöscht.

Paketverwaltung der neuen Generation

Als Ergänzung zum herkömmlichen Paketverwalter »dselect« wurde APT ("A Package Tool") entwickelt. Bereits einsatzfähig ist das Programm »apt-get«, das auf der Kommandozeile bedient wird. Die grafische Oberfläche ist noch nicht fertiggestellt.

Mit »apt-get« werden sehr einfach neue Pakete ins System aufgenommen und es können beliebig viele unterschiedliche Archive verwendet werden. Das Programm prüft gleichzeitig Abhängigkeiten und installiert ggf. weitere Pakete. Folgende Befehle stehen mit »apt-get« zur Verfügung:

»apt-get update«
Liest alle relevanten »Packages«-Dateien von allen verfügbaren Archive (siehe »/etc/apt/sources.list«) ein und aktualisiert die interne Datenbank.

»apt-get upgrade«
Mit upgrade werden alle Pakete, die momentan installiert sind, aktualisiert. Es werden keine neuen Pakete installiert oder gelöscht.

»apt-get dist-upgrade«
Alle Pakete, die momentan installiert sind, werden auf den neuesten Stand gebracht. Zusätzlich werden wechselnde Abhängigkeiten intelligent aufgelöst. Bei Konflikten versucht apt-get die wichtigsten Pakete auf Kosten weniger wichtiger Pakete zu aktualisieren.

»apt-get install foo«
Installiert das Paket »foo« und ggf. weitere angegebene. Abhängigkeiten und Konflikte werden "intelligent" aufgelöst.

»apt-get clean«
Löscht die auf der Festplatte zwischengespeicherten Pakete. Alle Pakete, die mit apt-get installiert wurden, sind vorher auf das lokale System geladen und im Verzeichnis »/var/cache/apt/archives« gespeichert worden. Das kann unter Umständen ziemlich viel Platz verschlingen. Daher ist es empfehlenswert, nach größeren Installationsvorgängen, diesen Befehl abzusetzen.

Resources

Martin Schulze
Quelle: freeX 3/99