freeX: Tips & Tricks
|
Menüs unter Debian erweitern
Das Menüsystem von Debian bietet die Möglichkeit, Menüeinträge für fast alle Window-Manager unter X11 zur Verfügung zu stellen. Mit dem Programm »pdmenu« kann das Menüsystem sogar auf der Textkonsole benutzt werden.
Die Betreuer der Pakete sind angehalten, zu allen Anwendungen, die auf der Textkonsole oder unter X11 laufen, Menüeinträge bereitzustellen. Diese werden zentral gespeichert und als Basis für die automatisch generierten Menüs benutzt. Dazu wird nach der Installation eines Pakets, das Menüeinträge bereitstellt, das Programm »update-menus« aufgerufen. Es erzeugt die Menüpunkte für die installierten Window-Manager und »pdmenu«.
Genauso stellt der Systemadministrator ebenfalls lokale Menüeinträge systemweit zur Verfügung. Als Basis dafür dient eine beliebige Datei aus »/usr/lib/menu«, die unter neuem Namen im gleichen Verzeichnis gespeichert wird. Eine einfache Datei sieht z.B. wie folgt aus:
?package(eeyes):needs=X11 section=Apps/Graphics \
title="Electric Eyes" command="/usr/bin/eeyes"
Diese Datei beschreibt den Menüpunkt "Apps|Graphics|Electric Eyes". Wie unter Unix üblich bedeutet ein Backslash am Zeilenende, daß die Zeile in der nächsten Zeile forgesetzt wird. Dieser Menüpunkt wird nur dann eingerichtet, wenn das Paket »eeyes« installiert ist (»?package(eeyes)«). Bei eigenen Menüeinträgen muß daher ein Paket gewählt werden, das auf jeden Fall installiert ist. Der Menüpunkt ist nur unter X11 vorhanden (»needs=X11«). Wenn er auch im Textmenü erscheinen soll, muß stattdessen »needs=text« geschrieben werden. Wird dieser Menüpunkt ausgewählt, dann wird das als »command« angegebene Programm aufgerufen. Eine detailierte Beschreibung befindet sich in der Manpage menufile(5) (wird mit »man 5 menufile« angezeigt).
Als Benutzer können ebenfalls Menüpunkte in die Menüs der Window-Manager hinzugfügt werden. Dazu müssen die Menüdateien in »~/.menu« abgelegt werden.
Nachdem neue Menüpunkte hinzugefügt oder etwas an den Dateien geändert wurde, muß das Programm »update-menus«, als Superuser »root« bzw. als normaler Benutzer, aufgerufen werden.