Einschränkung der Privatsphäre im Kontext Internet

 
Radio Frequency ID Chips (RFID) sind kleine Sender (ca. 3qmm groß) die, durch Radiowellen getriggert werden und keine eigene Stromquelle benötigen. Sie können problemlos in den Nähten oder Wäscheschildern untergebracht werden ohne daß sie die Träger der Kleidung stören. Sie sind auch waschmaschinenfest und hitzebeständig. Die Chips reagieren auf bestimmte Frequenzen und übertragen ihre eindeutige Nummer.

 

1. Sender in Kleidung
2. RFID-Tags in Banknoten
3. Gillette Mach3 Surveillance

Verschiedene Industriezweige versuchen, RFID Tags einzuführen. Die gegebenen Argumente sind vielfältig und reichen von Optimierung der Prozesse im Lager und Geschäft bis zum Diebstahlschutz. Abhängig davon ob und wo Lesegeräte für die Transponder aufgestllt sind, können Kunden damit ausgespäht und ihr Verhalten studiert werden. Das wäre ein klarer Eingriff in deren Privatsphäre.

Sender in Kleidung

Offenbar denken einige Leute, daß es viel zu aufwendig für Klamottenläden ist, wenn sie ihre Ware speziell und auffällig markieren, damit Diebe keine Chance haben. Viel pfiffiger scheint die Verwendung von speziellen kleine Chips zu sein, die stromlos arbeiten und auf bestimmte Frequenzen reagieren und Signale von sich geben oder wenigstens reflektieren und somit auch außerhalb des Geschäfts noch geortet werden zu können. Zur Zeit sind die kleinsten Chips 3 Quadrat-Mikrometer groß.

Bennetton hat zeitweilig noch versucht, den Kunden die eingenähten Chips als tolles Feature für Kinder zu verkaufen, damit sie auch noch dann lokalisiert werden können, wenn sie entführt wurden oder sich verlaufen haben. Das wäre zugegeben eine zeitlang hilfreich bei der Aufklärung von Kindesentführungen. Doch jemand, der ein Kind entführt, wird meistens auch in der geistigen und physischen Verfassung sein, einem Kind den Pullover und die Hose (oder mehr) auszuziehen, um den oder die Sender loszuwerden.

Wäre Kleidung mit einem entsprechenden Chip versehen, könnten die Träger tatsächlich auf Schritt und Tritt verfolgt werden und man könnte ein genaues Bild ihrer Aktivitäten aufstellen. Da heutzutage viele Waren per Kredit- oder Geldkarte bezahlt werden, können Kleidungsstücke teilweise direkt an der Kasse einer bestimmten Person zugeordnet werden. Der gläserne Bürger, der nichts mehr unbeobachtet machen kann, würde traurige Wirklichkeit. Bennetton hat inzwischen wieder Abstand davon genommen.

RFID-Tags in Banknoten

Neuesten Gerüchten zufolge überlegt die Europäische Zentralbank, in Banknoten RFID-Tags (Radio Frequency Identification) einzupflanzen. Hitachi kommt offenbar als Hersteller in Frage. Offiziell wird es damit begründet, daß die Banknoten fälschungssicher(er) gemacht werden sollen und daß der Euro zunehmend durch Fälschungen bedroht ist.

RFID-Tags sind quasi kleine Chips, die allerdings ohne Stromversorgung auskommen. Sie reagieren auf bestimmte Frequenzen und übertragen ihre eindeutige ID. Mit dieser Technik lassen sich ziemlich leicht gestohlene Geldscheine ermitteln und Fälschungen ohne RFID-Tag lassen sich ebenfalls leicht finden.

Leider läßt sich somit jedoch auch überwachen wann ein Geldschein wo ausgegeben wird. Wenn der Geldautomat vor der Ausgabe von Geld speichert, an wen welche Geldscheine ausgegeben wurden, lassen sich mit dieser Technik hervorragend Profile der Personen erstellen. Allein aus diesem Grund ist diese Technik als äußerst fragwürdig anzusehen.

Gillette Mach3 Surveillance

In einem Tesco-Geschäft in Cambridge wurden die Packungen mit Klingen für Gillette Mach3 mit einem RFID-Chip versehen. Kunden, die eine Klinge aus dem Regal genommen haben, aktivierten dadurch eine Kamera, die ihr Gesicht aufzeichnete. An der Kasse aktivierte der Chip ebenfalls eine Kamera, die den Kunden aufgenommen hat. Sicherheitspersonal hat anschließend überprüft, um sicherzustellen, daß die Klingen auch bezahlt wurden.