Barbara Gruen: Bericht

Barbara Gruen <bgruen@rhoen.de>

Eindrücke unter der Fragestellung: Wie funktioniert das, 1000 Frei- und Eigenwillige in konstruktiver Projektarbeit zu koordinieren?

Betroffen von der doch recht straffen Organisationsstruktur sind natürlich nicht nur Programmierer, sondern als ebenso wichtiger Teil des Projektes die Leute, die die Dokumentationen und Übersetzungen schreiben. Die Anwender schließlich können nur gebeten werden, sich durch Bugreports an dem Projekt zu beteiligen.

  1. Klare und begrenzte Verantwortlichkeiten, wobei der Fall, dass ein Mensch für 100 Pakete verantwortlich ist, als Ausnahme geknnzeichnet wurde.

    I.d.R. kümmert sich jeder um die Pakete, an und mit denen er auch selber gearbeitet hat.

  2. Festes Regelwerk, das viele Frage- und Diskussionsmöglichkeiten gar nicht erst aufkommen lässt. Das betrifft den überwiegend technischen Teil des Procedere, das ein Paket durchlaufen muss, bevor es accepted und aufgenommen wird. Da gibt es keine Diskussionen mehr, dem hat sich der Mitarbeiter unterzuordnen.
  3. Schaffung von Raum für das Wesentliche durch Arbeitsteilung und Automatisierung, z.B. das Übersetzen eines Paketes für die verschiedenen Plattformen geschieht fast vollautomatisch. Auch die Übersetzer/Dokumentare werden automatisch benachrichtigt, wann es wo was zu tun gibt - und das "Wie" regelt überwiegend wieder das bereits vorhandene Regelwerk.

    Fazit: menschliche Urteilskraft und Kreativität soll sich auf die Bereiche konzentrieren können, wo sie tatsächlich unersetzlich ist.

  4. Diskussionen um (technische) Neuerungen, Änderungen, Verbesserungen führen entweder irgendwann zu einem Konsens - dann werden die Änderungen durchgeführt. Oder es ist kein Konsens möglich. Dann bleibt alles, wie es ist - schließlich kann man keinen Freiwilligen zwingen. Die Erfahrung habe auch gelehrt, dass Mehrheitsbeschlüsse, denen sich ein Entwickler unterzuordnen hat, letztlich kontraproduktiv sind: ein murrender Programmierer programmiert dann eben nicht ;)
  5. Wer bestimmt das Framework, die festen Regeln? In technischen Dingen: Autorität einiger anerkannter Leute sowie Konsensverfahren.

    In politischen/ideologischen Fragen: Wahl, Abstimmung.