freeX: Tips & Tricks

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Mutt und komprimierte Mailboxen

Wer Mails archiviert, wird sie meistens nicht unkomprimiert speichern wollen. Nach mehreren Jahren sammelt sich da einiges an Daten an, auf die man nur selten zugreift. Folglich sollen sie nicht mehr Platz auf der Platte belegen als unbedingt nötig. Das gilt insbesondere für Archive von Mailinglisten.

Eine einfache Lösung besteht darin, die Mailboxen nach Monaten zu sortieren, so daß für jeden Monat und jede Liste eine eigene Mailbox-Datei existiert. Sobald ein Monat vergangen ist, werden diese Mailboxen mit »gzip« oder »bzip2« komprimiert und belegen nur noch wenig Platz. Allerdings müssen die Mailboxen vor dem nächsten Zugriff dekomprimiert und anschließend wieder komprimiert werden.

Das kann jedoch auch automatisch geschehen. Wer nur nach bestimmten Schlüsselwörtern sucht, dem steht mit »grepmail« ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung, das zudem komprimierte Mailboxen unterstützt. »grepmail« gibt alle Mails auf der Standardausgabe aus, die auf die Suchbegriffe passen (reguläre Ausdrücke). Wird die Ausgabe in eine Datei umgeleitet, kann Mutt sie anschließend lesen.

Wenn jedoch die gesamte Mailbox gelesen werden soll, muß Mutt mitgeteilt werden, wie mit komprimierten Mailboxen zu verfahren ist. Bei einer hinreichend aktuellen Version von Mutt helfen die folgenden Anweisungen, die sich an das Öffnen und Schließen von soweie an das Anhängen an Mailboxen einklinken:

   open-hook \\.gz$ "gzip -cd %f> %t"
   close-hook \\.gz$ "gzip -c %t> %f"
   append-hook \\.gz$ "gzip -c %t>> %f"

   open-hook \\.bz2$ "bzip2 -cd %f> %t"
   close-hook \\.bz2$ "bzip2 -c %t> %f"
   append-hook \\.bz2$ "bzip2 -c %t>> %f"

Diese Zeilen werden in die Datei »~/.muttrc« eingetragen und beim nächsten Start unterstützt Mutt mit »gzip« komprimierte Mailboxen, wenn sie die Dateiendung ».gz« besitzen, und mit »bzip2« komprimierte, wenn sie die Dateiendung ».bz2« besitzen.

Dieses Feature nutzt einen Patch von Roland Rosenfeld, der nicht im offiziellen Baum von Mutt integriert, jedoch extrem hilfreich ist.

Ressourcen:

Martin Schulze
Quelle: freeX 2/03